

Lieber Herr von Fürstenberg, das Schloss in seiner heutigen Form entstand Mitte des 17. Jahrhunderts. Wie hat der Adel damals gebaut? Gab es private Räume, die wie eine Wohnung zusammenlagen?
Ein Schloss ist immer ein repräsentativer Bau. In den unteren Etagen befanden sich daher die großen Salons und Empfangsräume. Die Familie selbst bewohnte auf Hugenpoet die erste Etage mit den eigentlichen Wohnräumen, Gästezimmern und privaten Salons.
In den oberen Geschossen lagen meist kleinere Unterkünfte, vor allem für das Personal, das im Haus tätig war. Die Kellerräume dienten als Wirtschaftsräume, also für Küche, Lager- und Kühlräume sowie weitere Funktionsbereiche.
Welche Materialen wurden verbaut?
Bereits damals gab es Architekten, mit denen der Bauherr, also der jeweilige Eigentümer, Um- und Ausbauten genau abstimmte. Dabei spielte der Zeitgeschmack und die Mode der Epoche eine zentrale Rolle. Im Fall von Schloss Hugenpoet war dies der Barock.
Der Architekt teilte die verschiedenen Gewerke ein und koordinierte sie, ganz ähnlich wie man es auch heute kennt.
Beim Baumaterial griff man überwiegend auf regionale Materialien zurück. Für die Innenräume wurden teilweise auch importierte Materialien verwendet. Verbaut wurden unter anderem Sandstein und Ziegel sowie im Innenbereich Dolomit oder Marmor. In den Nebengebäuden waren die Wände teilweise in Fachwerk ausgeführt, die Böden bestanden in der Regel aus Holz.
Gab es Kinderzimmer?
Ja, es gab Kinderzimmer. Sie befanden sich in der ersten Etage, da dort die Familie lebte. Untergebracht waren sie in den Ecktürmen dieser Etage.
Wie wurde geheizt?
Geheizt wurde zunächst mit Kaminen und sogenannten Bolleröfen. Später kamen Heizkörper hinzu. In den 1950er-Jahren wurden Nachtspeicheröfen installiert. Heute erfolgt die Beheizung des Schlosses über eine Biogasanlage.
Als Sie die Schloss Hugenpoet GmbH & Co. KG 2014 übernommen haben, erweiterten Sie das Hotel auf 36 Zimmer. Was waren dabei die größten Herausforderungen?
Die größten Herausforderungen waren der Denkmalschutz, der Brandschutz und der TÜV.
Wie kann man sich den gesamten Projektablauf praktisch vorstellen?
Im Grunde ähnlich wie heute. Es gab eine detaillierte Planung, Abstimmungen mit dem Architekten und eine schrittweise Umsetzung durch die verschiedenen Gewerke.